Museo Comunale d'Arte Moderna

7. März - 12. Juli 2020
bis 23. August 2020 verlängert

Marianne Werefkin
Ein Alarmschrei gegen den Fortschritt
Werke aus der permanenten Sammlung

Im zweiten Stock des Museo Comunale d’Arte Moderna Ascona befindet sich immer eine Auswahl von Werken von Marianne Werefkin (Tula 1860-Ascona 1938), die hauptsächlich aus der Sammlung der Marianne Werefkin Stiftung stammen, die ihren Sitz im Museum hat und mit etwa 90 Gemälden und 170 Skizzenbüchern sowie verschiedenen Zeichnungen und zahlreichen schriftlichen Dokumenten bei weitem die wichtigste Sammlung dieser aussergewöhnlichen Künstlerin ist.

Die aktuelle Auswahl lenkt die Aufmerksamkeit auf den Kontrast zwischen Natur, Mensch und Technik, ein Thema, das der Künstlerin sehr am Herzen liegt, indem sie die negativen Folgen einer raschen Industrialisierung der Gesellschaft im schwierigen Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert, von einer noch ländlichen Dimension zu einer urbanisierten und zunehmend entfremdeten Dimension, in Frage stellt. Ein Thema, das auch heute sehr aktuell ist.

Werefkin wurde 1860 in Tula, Russland, geboren und zog 1896 zusammen mit ihrem Lebens- und Kunstpartner Alexej Jawlensky nach München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurde der Salon ihrer Wohnung zu einem Treffpunkt der Kultur- und Avantgarde-Szene der Zeit: Kandinsky, Klee, Nolde, Schönberg und Djagilew gehörten zu ihren häufigsten Besuchern. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, nachdem sie zur Gründung der Neuen Künstlervereinigung München (1909) beigetragen hatte, nahm sie an den Ausstellungen der Gruppe des Blauen Reiters teil, vor allem 1912 in der Galerie Der Sturm in Berlin. 1918 kam sie nach Ascona und lebte dort bis zu ihrem Tod 1938. Ihre Gemälde, die voller Hinweise auf die expressionistische Zeit sind und eine theoretische Ausarbeitung extremer Modernität aufweisen, befinden sich zum grössten Teil in der Sammlung der Marianne Werefkin Stiftung, die ihren Sitz im Gemeindemuseum von Ascona hat.

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