Museo Castello San Materno

17. September - 18. Dezember 2022

Dimitra Charamandas
bassa marea

Ich fühle mich zu Küsten und vulkanischen Landschaften hingezogen, an denen Statik auf Bewegung trifft, an denen Transformationen unvorstellbar langsam oder manchmal auch explosionsartig geschehen.

Dimitra Charamandas


Die Arbeiten von Dimitra Charamandas bewegen sich im Grenzbereich zwischen dem visuell Fassbaren und dessen Auflösung in die Abstraktion.

Die in Solothurn geborene Künstlerin mit griechischen Wurzeln lebt und arbeitet zwischen Solothurn, Athen und Basel. Ausgangspunkt für ihre Arbeiten sind oft Streifzüge durch Landschaften, in denen sie sich mit dem Spannungsfeld zwischen scheinbar unberührter und durch Menschenhand geformter Natur auseinandersetzt. „Ich erforsche Oberflächen, Texturen und Formen“, so Dimitra Charamandas, „die meine Neugierde wecken und mich oft an Orte führen, die mir vertraut und doch fremd erscheinen.“

In ihren Skizzen- und Logbüchern hält sie ihre Eindrücke und das Erlebte zeichnend, malend und schreibend, aber auch mit der Kamera fotografierend und filmend fest.

Zwar findet Dimitra Charamandas die Farben in der Landschaft, doch gibt sie beispielsweise in Oxygen Yellow oder Shifts kein reales, topografisch identifizierbares Abbild der Natur wieder. Denn in ihrer Malerei verweben sich eine Vielzahl von Einflüssen – ihre Erinnerungen an die erlebte Natur und die zahlreichen archivierten Aufzeichnungen – und verschmelzen zu neuen, ambivalenten Realitäten.

In einer Assemblage von gefundenen und selbst geformten Objekten lassen sich vegetabil und tierisch anmutende Formen erkennen, gleich Organismen und Relikten, die durch die Meeresströmung oder die Gezeiten angespült werden und die bei Ebbe (bassa marea) an den Küsten und den Stränden zurückbleiben.

In ihren aktuellen Arbeiten Alcuni pezzi di cielo löst sich Dimitra Charamandas von der Malerei auf Baumwolle, wendet sich neuen Materialien zu und arbeitet auf Trägern aus Ton. Sie nimmt Bezug auf das romanisch-byzantinische Fresko Majestas Domini aus dem 11. Jahrhundert im ehemaligen Kappellenraum des Castello San Materno, verlagert jedoch den Fokus von der menschlichen Figur auf den bruchstückhaften Himmel um sie herum. Die flüchtigen Momentaufnahmen physikalischer Zustände – von Wolken, Wasser und Luft – werden in Dimitra Charamandasʼ Malerei zu einer sinnlichen Metapher, denn die Künstlerin kreist um Landschaften, „die den Wunsch wecken, zu schmecken, zu berühren oder berührt zu werden“.

Vernissage

Freitag, den 16. September, um 18.30 Uhr

Plakat

Mit der Unterstützung von


Künstler

Dimitra Charamandas

Geboren 1988 in Solothurn.
Lebt und arbeitet in Solothurn, Basel und Athen.
Mitbegründerin der Künstlerinnenkollektive Espacio Pacha (mit Irene Trujillo Villegas) und Quince Collective (mit Johanna Schaible).

Seit 2013 als freischaffende Künstlerin tätig.

2020–22 Master-Studium Fine Arts an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Basel
2010–13 Bachelor of Arts an der Hochschule Luzern – Design & Kunst
2009/10 Gestalterischer Vorkurs, Schule für Gestaltung Bern und Biel

Preise, Stipendien und Auszeichnungen

2017: Förderpreis für Bildende Kunst, Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten, Solothurn │ 2016: Reisestipendium Griechenland, Atelier Mondial der Christoph Merian Stiftung, Basel │ 2015: Förderpreis Malerei, Kunst und Kultur, Regiobank Solothurn │ 2014: Fumetto-Schleuder, Fumetto – Internationales Comix-Festival Luzern (mit Johanna Schaible) │ 2013: Förderpreis Bildende Kunst, Kanton Solothurn

Einzelausstellungen (Auswahl)

2022: Museo Castello San Materno, Ascona; Gallery Ann Mazzotti, Basel │ 2018: Salon Mondial der Christoph Merian Stiftung, Münchenstein; Galerie SOON, Bern │ 2016: Galerie Schnitzler und Lindsberger, Graz; Kunsthaus Grenchen

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2022: Kunsthaus Baselland, Muttenz │ 2021: Haus der Kunst St. Josef, Solothurn │ 2020: Kunstverein Solothurn │ 2019: Kunstmuseum Olten

Ankäufe

Kanton Solothurn; Christoph Merian Stiftung, Basel; Kunstsammlung Roche, Basel; Kunstverein Solothurn; Kunstsammlung Migros Aare, Bern; Walter Borrer-Stiftung, Solothurn

Werke

Dimitra Charamandas │ Oxygen Yellow │ 2018 │ Öl auf Baumwolle │ 150 x 100 cm │ Privatsammlung, Solothurn │ © Dimitra Charamandas

Dimitra Charamandas | Shifts | 2018 | Öl auf Baumwolle | 145 x 200 cm | Besitz der Künstlerin | © Dimitra Charamandas

Dimitra Charamandas │ Assemblage │ © Dimitra Charamandas