Richard und Uli Seewald Stiftung

​Richard Seewald wurde 1889 in Arnswalde, Pommern, im heutigen Polen, geboren. Seine künstlerische Laufbahn begann er in München als Autodidakt, indem er in verschiedenen Kunstkreisen der Stadt verkehrte; darauf hin entschied er sich, das von seinem Vater gewünschte Architekturstudium aufzugeben.

Richard Seewald wird 1889 in Arnswalde, Pommern, im heutigen Polen, geboren. Seine künstlerische Laufbahn beginnt er in München als Autodidakt, indem er in verschiedenen Kunstkreisen der Stadt verkehrt; daraufhin entscheidet er sich, das von seinem Vater gewünschte Architekturstudium aufzugeben. Hier lernt er Uli (Emma Margarethe) Trotsch kennen, die er am 11. November 1911 heiratet. Die erste Reise des jungen Ehepaares nach Ascona findet 1910 statt.

1911 stellt Seewald seine Zeichnungen in der Galerie Thannhauser aus und ist auf dem Salon d'Automne in Paris vertreten. Im Jahr 1913 nimmt er am ersten Herbstsalon "Der Sturm" in Berlin teil. Es folgt eine Ausstellung im Neuen Kunstsalon bei Dietzel in München. Er wird Mitglied der Münchner Neuen Sezession und des Deutschen Künstlerbundes.

Im gleichen Jahr reist das Ehepaar Seewald nach Korsika und Ascona, wo es 1915 für längere Zeit im sogenannten Mulino del Brumo zwischen Arcegno und Ronco verweilt. Zwischen 1922 und 1924 unternimmt der Künstler verschiedene Reisen durch Italien, unter anderem in Sizilien, und reist ausserdem nach Tunis.

Seit 1924 ist Seewald Professor an der Kölner Werkschule, gibt aber 1931 seine Lehrtätigkeit auf und übersiedelt definitiv ins Tessin.

In Ascona kommt er mit dem lokalen Künstlermilieu in Kontakt, insbesondere mit Marianne Werefkin, Arthur Segal, Mischa und Ignaz Epper. Er beteiligt sich an der Ausstellungstätigkeit der "Orsa Maggiore", der 1924 von Werefkin, Kohler, Frick, van Rees, McCouch, Niemeyer-Holstein und Helbig gegründeten Künstlervereinigung.

Für das Marionettentheater von Ascona schreibt er drei Komödien, "Der Raub der Europa", "Das Geheimnis des Steins", "Die Sternenkömodie", für die er auch die Köpfe der Figuren schnitzt und die Bühnenbilder realisiert.

Im Jahr 1939 erhält das Ehepaar Seewald das Schweizer Bürgerrecht.

Im Auftrag des Bischofs von Chur, Monsignore Caminada, schafft der Künstler 1941 die grossen Fresken in der Kirche Maria von Lourdes in Zürich Seebach.

1954, anlässlich Richard Seewalds 65. Geburtstags, finden einige wichtige ihm gewidmete Ausstellungen in Luzern, Düsseldorf, Mannheim und München statt. 1957 wird er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 1961 wird er mit der Ausmalung der Arkaden im Münchner Hofgarten beauftragt.

Von besonderer Bedeutung sind Seewalds Arbeiten im Bereich der Illustration, aber auch sein grafisches Werk, dessen Anfänge auf die Jahre 1910 bis 1913 in München zurückgehen und das 1973 in der Kunstgalerie in Esslingen in seiner Gesamtheit präsentiert wird.

Ebenfalls 1973 findet die grosse Retrospektive (mit Gemälden, Zeichnungen und Grafiken) statt, die der Künstler selbst in der Villa Stuck in München veranstaltet und von der Galerie Ketterer gefördert wird. Unter den Wandmalereien repräsentiert zweifellos sein letztes grosses Werk, der Genesis-Zyklus (1976), den er für das Pfarrhaus der Herz-Jesu-Kirche in München realisiert, eine Art Zeugnis seiner Poetik.

Kurz vor seinem Tod, am 15. September 1976, wird die Richard und Uli Seewald Stiftung, Ascona gegründet, der er sein gesamtes Vermächtnis hinterlässt, bestehend aus seinen eigenen Werken, seiner Sammlung von Gemälden verschiedener Künstler und seines gesamten Anwesens samt Haus und Atelier. Richard Seewald stirbt am 29. Oktober 1976 in München und ist auf dem kleinen Friedhof von Ronco s/Ascona begraben.

Richard Seewald | Mädchen auf dem Balkon | 1925

Richard Seewald | Ronco | 1919

Richard Seewald | Allée | 1913

Richard Seewald | Café des Amis | 1913