Museo Comunale d'Arte Moderna

14. Juli - 21. Oktober 2018

Art Brut Swiss Made
Eine Ausstellung der Collection de l’Art Brut Lausanne

Art Brut Swiss Made ist eine in Zusammenarbeit mit dem Museo Comunale d’Arte Moderna Ascona und mit dem Aargauer Kunsthaus, Aarau, von der Collection de l’Art Brut, Lausanne, organisierte Wanderausstellung. Ziel der Ausstellung ist es, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der Schweiz entstandenen, ausgegrenzten und ungewohnten Werke, die sich heute im Besitz der Lausanner Sammlung befinden, bekannt zu machen.

Die Lausanner Sammlung, die 1971 von Jean Dubuffet der Stadt Lausanne gestiftet wurde, ist der wichtigste Bestand dieser „ungeschliffenen“, ursprünglichen, abweichenden, subversiven, freien Kunstform, die aus dem Unbewussten verschiedener Randfiguren hervorgegangen ist, autodidaktisch und ohne künstlerische Vorbereitung, nicht beeinflusst von Stereotypen oder Vorurteilen. Es handelt sich um Arbeiten, in welchen Jean Dubuffet eine unverfälschte künstlerische Kraft erkennt, «geschaffen aus der Einsamkeit und aus reinen und authentischen kreativen Impulsen – wo die Sorge der Konkurrenz, der Berühmtheit und des sozialen Status keine Rolle spielt – [Arbeiten] die gerade deswegen umso wertvoller sind als das Erzeugnis der Professionellen» (J. Dubuffet, Place à l'incivisme, 1967).

Jean Dubuffet nähert sich der Schweiz schon vor der Schenkung seiner Sammlung der Stadt Lausanne: anfänglich durch persönliche und freundschaftliche Beziehungen, die auf die 20er Jahre in Paris zurückgehen und ab 1942, wegen immer wesentlicheren Beziehungen und Interessen in seiner künstlerischen Suche, die darauf gerichtet war, «die kulturellen Rituale zu hinterfragen und eine nicht von vorgegebenen Regeln entstandene Kunst zu finden», wie er selbst erklärt. In diesen Jahren knüpft er enge Kontakte mit Schweizer Künstlern, Ärzten und Psychiatern, die einen innovativen Ansatz beweisen, bis er 1948 die Compagnie de l’Art Brut gründet, welche Ausstellungen organisiert und Publikationen über unbekannte und sich «ausserhalb des Systems» befindende Künstler veröffentlicht. Zwischen 1945 und 1971 hat Dubuffet so in der Schweiz die Möglichkeit, ausserordentliche Persönlichkeiten wie Aloïse Corbaz, Anton Heinrich Müller und Adolf Wölfli kennenzulernen, deren Werke er bewundert und sammelt, die ein reiches Universum an Zeichnungen, Schriften und für Wölfli, Musik umfassen.

Heutzutage ist die Art Brut auf der ganzen Welt anerkannt, mit Künstlern, die aus verschiedenen Kontinenten stammen. Diese Ausstellung unterstreicht die historische Rolle, die von der Schweiz gespielt wurde, indem Werke und Schriften präsentiert werden, die in unserem Land entstanden sind.

Obwohl jeder der Künstler eine eigene künstlerische Sprache hat, kommen einige Themen bei verschiedenen von ihnen vor, wie die Natur, die Architektur, die menschliche Figur oder die Tiere. Einige Werke wiederspiegeln ausserdem ihre „helvetische Herkunft“, wie die Zeichnungen von Jules Doudin, in denen die Fahnen der Schweizer Kantone oder Wilhelm Tell vorkommen, Hans Krüsis Kühe oder Adolf Wölflis Blumenmotive, welche die Volkskunst evozieren. Die Ausstellung ist deshalb in vier Sektionen unterteilt – Emblematische Figuren / Sammlungen der Geisteskranken / Architektur, Natur und Tiere / Autoreferentielle Universen und „rohe Schriften“ – die in ihrer Gesamtheit die wichtigsten Merkmale dieser Autoren zusammenfassen.

Vernissage

Freitag, den 13. Juli, um 18.30 Uhr

Plakat

Sitz

Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

In Zusammenarbeit mit

Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit

Mit der Unterstützung von

Werke

Aloïse Corbaz | Napoléon portant une reine au corps cerné de perles | zwischen 1946 und 1947 | Collection de l’Art Brut, Lausanne | © Association Aloïse | Foto: Olivier Laffely, Atelier de numérisation – Ville de Lausanne

Hans Krüsi | o.T. | o.J. | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Olivier Laffely, Atelier de numérisation – Ville de Lausanne

Angelo Meani | o.T. | zwischen 1950 und 1977 | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Christian Bérard, Atelier de numérisation – Ville de Lausanne

Berthe Urasco | o.T. | o.J. | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Marie Humair, Atelier de numérisation – Ville de Lausanne

Adolf Wölfli | Plan d’insurrection du château de St-Adolf à Breslau | 1922 | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Kevin Seisdedos, Atelier de numérisation – Ville de Lausanne

Veranstaltungen

Begegnung mit Sarah Lombardi, Direktorin der Collection de l’Art Brut Lausanne
Die Colletion de l’Art Brut und Jean Dubuffet
Monte Verità, Strada Collina 84, Ascona

Donnerstag, den 13. September 2018, um 18.00 Uhr, Monte Verità, Strada Collina 84, Ascona

Vorführung des Films Armand Schulthess. J'ai le téléphone
Monte Verità, Strada Collina 84, Ascona

Donnerstag, den 13. September 2018, um 20.30 Uhr, Monte Verità, Strada Collina 84, Ascona

Begegnung mit Bianca Tosatti über das Werk von Antonio Ligabue und Adolf Woelfli
Monte Verità, Strada Collina 84, Ascona

Freitag, den 14. September 2018, um 18.00 Uhr, Monte Verità, Strada Collina 84, Ascona

Vernissage der Hommage-Ausstellung an Alice Marinoni
Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

Samstag, den 15. September 2018, um 11.00 Uhr, Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

Kreativer Workshop für Kinder
Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

Samstag, den 15. September 2018, um 14.30 Uhr, Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

Kreativer Workshop für Erwachsene
Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

Samstag, den 15. September 2018, um 16.00 Uhr, Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona